Die dänische Flotte

DER RUM DER MATROSEN
In Zeiten von Segelschiffen waren starke Schnäpse auf begrenzte Rationen bei der Mannschaft limitiert. Die meisten ihrer Reserven waren mit frischem Wasser gestreckt. Spirituosen wurden in ihren vielfältigen Sorten vor allem für medizinische Zwecke genutzt und in kleinen täglichen Rationen ausgegeben – allerdings unter strenger Kontrolle. Die wichtigsten Sorten waren Aquavit und Rum.

Aquavit
Der Name “aqua vitae” entspringt dem Lateinischen und bedeutet “Wasser des Lebens”, weshalb die Leute sehr stark daran glaubten, dass das Aquavit mit den hinzugefügten Heilkräutern auch medizinische Wirkungen hatte. Marineoffiziere gaben ihrer Mannschaft regelmäßig kleinste Mengen von dem guten, reinen Aquavit, das aus Korn gebrannt wurde, um sie bei kaltem nassen Wetter zu stärken und zu wärmen. Sie wurden jedoch vor der Abgabe von Aquavit gewarnt, wenn jemand Magenprobleme hatte oder wenn eine Person emotional aus der Balance gefallen war.

Die Geschichte des Aquavits geht auf das Mittelalter zurück, aber die ersten Aufzeichnungen, die der Öffentlichkeit zugängig gemacht wurden, stammen von Bord von französischen, holländischen und dänischen Schiffen ab dem 16. Jahrhundert. Am Morgen, zu Mittag und am Abend erhielten die Segler einen Schuss von 7½ Zentiliter; drei oder vier Esslöffel. Der Schiffsjunge erhielt eine halbe Ration.

Zeitweise kam starke Kritik gegen die Rationierung von Aquavit auf. Auf Schiffen, die der Grønlandskompagniet (grönländische Gesellschaft) gehörten, wurden die Rationen zur Gänze in den 1780zigern abgeschafft. Es wurde folglich angenommen dass die Reibereien, die an Bord aufkamen das Ziel haben sollten, eine kurzfristige Erhöhung der Rationierungen zu erreichen.

Royal Navy Rum
Tatsächlich wurde Rum, der aus Zuckerrohrsaft hergestellt wurde, eine fantastisch beliebte Spirituose. Im Wrack des schwedischen Flaggschiffs “Vasa”, das 1628 auf seiner Jungfernfahrt sank, wurde Navy Rum in kleinen Flaschen mit einem Alkoholgehalt von 33 Prozent gefunden. Er hatte ein kraftvolles, schweres und angenehmes Aroma, wovon jene  Personen, die glücklicherweise die Chance bekamen, ihn 350 Jahre später zu verkosten, in den Genuss kamen.

Er wurde mutmaßlich ausschließlich auf den Verzehr in Kabinen beschränkt, was zur Folge hatte, dass er nicht auf Deck ausgegeben wurde, was zum Beispiel bei den dänischen “westindischen Reisen” gebräuchlich war.

Die Crew bekam oft Rum auf den Reisen zu den Westindischen Inseln. Das galt sowohl für die dänischen Handelsschiffe genauso wie für die englischen Marinekriegsschiffe. 1688 gab die englische Admiralität eine Order heraus, dass die Mannschaft auf westindischen Reisen versuchsweise ein 3/4 Pint Jamaica Rum plus Muscovado-Zucker täglich anstatt 1/2 Pint Aquavit. Die Rumration wurde später auf 1/2 Pint (1 Pint= 0,57 l) reduziert.

Dänischer Qualitätsrum von den Danish West Indies
Auf den dänischen Handelsschiffen wurde die tägliche Ration von 1/16tel von einem Rumfass in den 1860ern abgeschafft und durch Geld ersetzt. Wenn der Skipper es als nötig befand, bekam er jedoch die Gelegenheit mit seiner Crew mit einem Glas aus Geselligkeit anzustoßen. Das könnte bei extremen Wetterbedingungen, stressiger Arbeit oder erschöpfenden klimatischen Bedingungen, wie man sie bei den dänischen” Regeln zur Versorgung der Crew” aus dem Jahr 1892 gelistet hat, der Fall gewesen sein.

Die dänische Flotte hatte großes Glück dass der dänische Wissenschaftler und Pharmazeut Albert Heinrich (A.H.) Riise 1838 das pharmazeutische Privileg und den Monopolstatus für die Herstellung von Spirituosen und Medizin auf den dänischen “West Indies” bekam. Durch zahllose Experimente mit Pflanzen und Kräutern welche A.H. Riise in der Gegend der heutigen U.S. Jungferninseln sammelte, wurden einige der feinsten Rum- und Biersorten als auch Magenbitter hergestellt.  Als die dänische Kriegsflotte an der Hauptstadt Charlotte Amalie anlegte, erhielt sie eine reichliche Lieferung von A.H. Riise’s feinstem “Royal Navy Rum”. Das schließt die Fregatte Jylland, als sie 1892 das letztemal auf ihrer Reise zu Charlotte Amalie und den dänischen Westindischen Inseln die Segel setzte , ein.

Extra Rumrationen wurden oft nach einem  harten Arbeitstag, was oft anstrengende Arbeit auf dem Deck oder bei den Takelungen, dem Leinenwerk, dem Raufziehen des Ankers, Pumparbeiten, oder beim  Austragen von Kämpfen (auf Marineschiffen) bedeutete, ausgegeben. Andere Umstände, die das Bedürfnis nach einer Extraration an Rum aufkommen ließen einschließlich des Arbeitens bei stürmischen Wetter, wurden außer Dienst  geweckt und beim Arbeiten bei extremer Hitze oder Kälte. Zusätzliche Rumrationen wurden als eine Art Belohnung  für spezielle Anstrengungen ausgegeben, aber auch bei Anlässen wie zum Beispiel beim Geburtstag des Skippers – oder wenn das Schiffschwein geschlachtet wurde.

Marineseemänner erhielten oft vor der Schlacht mit dem Feind einen Schluck Rum. Das war im Besonderen auf holländischen Schiffen gebräuchlich, weswegen der Ausdruck “Holländische Courage” nichts anders bedeutet als sich Mut für einen Kampf anzutrinken. Die Rationen wurden auf den Schiffen vom Kapitän selbst ausgegeben; der erste Offizier oder der Bootsmann kamen auf das Heck mit einer Flasche Rum und einem Glas. Die Mannschaft hat sich rundum versammelt und sie nahmen einer nach dem anderen einen Schluck aus demselben Glas.

Der Kapitän trank oft mit einzelnen Crewmitgliedern. Die Matrosen schätzten diese kleinen Aufmunterungen, die ihnen halfen, die harte Arbeit an Bord zu vergessen, sehr.  Der Kapitän hatte eine Führungsrolle für die Mannschaft und es war psychologisch sehr wichtig dass es er selbst war, der ihnen den Dienst erwies, den Rum auszuschenken.

Während besonders harter Arbeit – wie zum Beispiel den Anker einzuholen – motivierte der Skipper die Mannschaft den Spruch “Hurra für einen Rum!” zu schreien. Danach arbeiteten sie mit erneuerten Kräften weiter.

Rum war ein sehr beliebter Drink auf vielen dänischen Schiffen die im Raum der West Indies fuhren. In der Regel wurde er mit Wasser gemischt – ähnlich wie Grog – als der junge Rum noch sehr stark war. Jeder einzelne Matrose ging zu dem Zahl- und Proviantmeister, wo sie ihr Glas bekamen und dann von seiner Liste gestrichen wurden, damit niemand einen Betrug begehen konnte um eine zweite Portion zu erhalten. Spirituosen animierten nach der Ausgabe die Matrosen dermaßen, dass sie sangen oder im Verdecksbereich tanzten und generell tanzten sie gerne übertrieben aus der Reihe.

Rum zu “Grog” gestreckt
Die beinahe ritualistische Rationierung des Rums führte zu einem ausreichenden Level zur Betrunkenheit und außerdem zu Vorfällen so dass  Admiral Edward Vernon, Chef des englischen Marinegeschwaders auf den Westindischen Inseln 1740 anordnete, dass von jetzt an Rum mit dreimal so viel Wasser vermischt werden sollte  und dass das Wasser heiß sein sollte. Dazu kam eine kleine Menge brauner Zucker.

Admiral Vernon hatte, als er mit einer Krise mit Mangel an Rum konfrontiert war, bemerkt, dass der Geschmack des Rums weiterhin präsent war als er mit heißem Wasser gemischt wurde. Da der Kosename des Admirals unter seinen Gefährten “Old Grog” war – er trug sowohl im Sommer als auch im Winter und bei jedem Wetter ein wasserdichtes, graues Cape aus Grogram, ein Material, hergestellt aus Seide und Angorawolle – wurde der Name dieses heißen Getränks nach ihm – Grog – benannt.

Am Anfang war der gestreckte Rum unter den Matrosen nicht besonders beliebt, aber sie gewöhnten sich mit der Zeit daran. Nachdem der Schiffsdoktor begann das Getränk zu empfehlen, wurde der Grog immer mehr bei der gesamten englischen Kriegsflotte eingeführt. Die Arbeit von A.H. Riise war es dies traditionell aufrecht zu erhalten: er war erfolgreich darin Rum und Magenbitter (Bitters) zu kombinieren um ein medizinisches Tonikum herzustellen welches Magenprobleme und eine Reihe von anderer Unbefindlichkeiten mit dem Magen kurieren sollte.

Grog ersetzte den Namen Palmwein und wurde sehr bald auf allen sieben Teilen des Weltmeers getrunken. Die rationierte Austeilung von Grog war hoch zeremoniell, wenn nicht sogar eine offizielle Feier: um 12 Uhr mittags auf den Punkt (8 Gläser) spielte ein Orchester oder eine Violine an Bord des Schiffes die Melodie “Nancy Dawson”, nachdem die Matrosen das Kommando mit den Worten “Grog-ho!” parodierten. Danach wurde serviert und sie nahmen ihre Ration aus einem großen Fass, das auf dem  Zwischendeck stand und mit dem Rumverschnitt (blend) gefüllt war. Von Beginn des  17. Jahrhunderts bis zum 1. August 1970 gab es tägliche Rumrationen auf allen englischen Marinekriegsschiffen.

Was sich in all den Jahren nie geändert hat, war, dass der Rum auf einen Satz getrunken werden musste und niemals an jemand anderen weiter gegeben wurde. Der Schiffsjunge bekam keinen Rum, stattdessen bekam er  Geld. Je höher der Rang an Bord war, desto weniger wurde der Rum gestreckt.

Mit der Zeit erkannte die britische Admiralität, dass 1/2 Pint ganz einfach zuviel Rum war. Ein Vorschlag aus dem Jahr 1783, den Rum durch Wein zu ersetzen, wurde abgelehnt als bekannt wurde, dass importierter Wein aus Frankreich teurer sein würde als zum Beispiel der Rum den man aus der dänischen Kolonie von der Insel St. Thomas erhalten könnte. Es war nicht nur bis 1824 dass man sich traute die Ration bis zu 1/4 Pint zu reduzieren. Als Ersatz für den Verlust ihrer halben Rationen erhielt die Mannschaft Tee.

Verschiedene Rumvariationen an Bord
Eine Grogvariation war Bumbo, der auf englischen Marinekriegsschiffen sehr verbreitet war. Bumbo bestand aus Rum, Wasser, Zucker und geriebenen Muskat. Ein weiterer rumbasierender Drink war Rob, der aus Rum, Limettensaft und Zucker bestand. Ab 1795 wurden den Matrosen täglich angeordnete Rationen Limettensaft an Bord von englischen Marinekriegsschiffen verabreicht – eine Gepflogenheit die auch auf englischen Handelsschiffen ab 1854 Einsatz fand. Nicht alle Matrosen waren von dem säuerlichen Zusatz begeistert, auch wenn man wusste, dass der Inhalt des

Vitamin C’s half Skorbut zu verhindern. Der Ausdruck “Lime-Juicer” bzw. “Zitronenpresse” für englische Schiffe war eher spöttisch gemeint und hatte eine negative Bedeutung. Mit der Zeit erkannten auch Flotten anderer Länder die Vorteile des Limettensafts und führten ihn ein. Flip war eine Mischung aus Rum und Schiffsbier an Bord von englischen Kriegsschiffen.

Eine Annahme herrscht noch vor dass Matrosen anfällig für das Trinken waren, was sehr wahrscheinlich auf die Tatsache zurückzuführen war, dass die am Festland lebenden Leute sie meistens im Hafenbereich sahen, wo sie in das nächst beste Pub gingen um ihren Mangel an Alkoholkonsum aufgrund der Beschränkungen an Bord während ihrer langen Reisen auszugleichen.

Tatsächlich tranken der Kapitän und der 1. Offizier weitaus mehr als die Crew. Wie bereits erwähnt war es auf den meisten Schiffen für die Matrosen verboten, Spirituosen mitzunehmen  und sie konnten ihn, um Zugang zu erhalten entweder nur stehlen oder an Bord schmuggeln.

In der Realität jedoch tranken viele Matrosen wenig Spirituosen an Bord und als die Anzahl an Abstinenzgesellschaften während des 18. Jahrhunderts zunahm, schlossen sie Matrosen in ihre Mitgliederkreise ein. Es gab eine schmale Linie zwischen dem Rum an Bord eines Schiffes und der Betrunkenheit, wie es tatsächlich von A.P. Møller, dem Gründer  der gleichnamigen Holding die sich zu einer der weltweit größten Schiffscontainer Logistik Gesellschaft entwickelt hat, gezeigt wird, der seinerzeit forderte dass ein Abstinenzschwur gemacht werden sollte wenn nur einer seiner Kapitäne Probleme mit Alkohol hätte.

Um diese historischen Zeiten, als mutige Matrosen die Zivilisation über die sieben Weltmeere brachten während sie die jüngsten Sorten Rums genossen, zu würdigen, wurde unsere Serie Royal Danish Navy entwickelt – basierend auf den originalen Rezepten von A.H. Riise.

Der kommerzielle Aspekt der Geschäftstätigkeit von A. H. Riise wird hier eindeutig mit dem Innern eines seiner Großhandelslager demonstriert. Abgesehen von dem Rum, der im Mittelpunkt steht, zeigt eine genauere Betrachtung der Regale die eher

Im Jahr 1895 verbrannte die originale Saint Thomas Apotheke bei einem verheerenden Feuer. Hier sieht man eines der ersten Fotos die im neuen Betrieb aufgenommen wurden. Auf der linken Seite vorne sieht man Alberts Sohn, Valdemar Riise. Er und sein Bruder Karl übernahmen die Apotheke 1882 nach dem Tod von ihrem Vater.

Kopie einer originalen Lithographie welche die Ausstattung von A. H. Riise’s “Drogerie und Apotheke” in der Dronningensgade 6, Charlotte Amalie auf der Insel St.Thomas zeigt. Neben den vielen verfügbaren Medikamenten und Tinkturen ist es aus sozialer Perspektive auch interessant, dass es in dieser Zeit keinerlei Rassen- oder Klassendiskriminierung auf der Insel gab.

Hinter der Lagerhalle

Hinter der A.H. Riise Lagerhalle in Charlotte Amalie. Die Gleise im Zentrum waren Teil des Straßenbahnsystems das für den Transport von Gütern von und zum Hafen genutzt wurde.

Nordische Ausstellung der Industrie

A.H. Riise hat eine prestigeträchtige Goldmedaille für ein “Hervorragendes Produkt” bei der Nordischen Ausstellung von Industrie, Agrarökonomie und Kunst, die 1988 in Kopenhagen stattfand und über 1,3 Mio Besucher hatte, gewonnen. Anlässlich der Feier von A.H. Riise’s Erfolg haben wir eine der memorablesten und exlusivsten Sorten produziert, den 1888 Gold Medal Edition Rum.

Originale pharmazeutische Prüfungsurkunde von A.H. Riise, datiert am 21. Oktober 1832

Kopie eines der originalen Werbeplakate der A H Riise Apotheke, oder “‘Druggist and Apothecary’” wie sie auf der Insel genannt wurde. Diese Plakate wurden nicht nur allein für die Werbung auf der Insel St. Thomas genutzt, sondern in der gesamten Karibik.

Frühe Lithographie, datiert auf das mittlere 19. Jhdt. , zeigt die originale A.H. Riise Apotheke auf der Queen Street, Charlotte Amelie, Saint Thomas.

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